Henryk M. Broder: “Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken”

Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken

Nun ja, nachdem Kollege Broder gestern im Club 2 zum Thema “Karikaturen, Bin Laden, Irak - Der Krieg der Worte und Bilder” gewettert hat und ich in der Wiener U-Bahn wenige Stunden zuvor dieses Büchlein endlich zu Ende gebracht hatte, will ich hier kurz meine Rezension zum besten geben:
Im allgemeinen bin ich ja bekanntlich der letzte, der sich mit “political correctness, all the time” brüstet. Aber dieses Werk ist selbst mir zeitweise zu polemisch. So witzig Broder’s Analogien zum Thema “Islamismus und wie sich der Westen in Geiselhaft nehmen lässt” auch oft sein mögen, so sehr ist mir doch spätestens ab der Mitte des Buches die “Suderei” zunehmend auf die Nerven gegangen. Alles in allem hätte man die Grundaussagen von “Hurra, wir kapitulieren”, anstatt der mageren 166 Seiten, auch auf 50 untergebracht.
Ein weiterer Kritikpunkt — für den der Autor allerdings wenig kann — ist die idiologische Gratwanderung. Es werden viele wichtige und berechtigte Fragen gestellt und aufgeworfen. Aus dem Kontext gerissen, werden viele der Aussagen von Henryk M. Broder allerdings potentiell zu gefährlichen Geschützen in den Steinschleudern von rechts-rechten Reaktionären und Jungnazis.
Die wichtigste — wenngleich vergeblich um Antwort suchende — Frage, die der “Spiegel” Journalist stellt ist jene, wieviel Toleranz einer intoleranten Bewegung entgegengebracht werden darf. Wieviel Toleranz gegenüber den Entwicklungen in Deutschland hätten die Alliierten Anfang der 1930er Jahre wirklich akzeptieren sollen? “Gegen Appeasement” ist wohl die Quick-Summary dieses Buches.

2.5 von 5 agnostischen Punkte

0 Responses to “Henryk M. Broder: “Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken””


  1. No Comments

Leave a Reply

You must login to post a comment.